How to: Passagierstromanalyse im öffentlichen Nahverkehr
Für Verkehrsbetriebe ist es entscheidend zu verstehen, wie sich Fahrgäste in Bahnhöfen, Fahrzeugen und im gesamten Verkehrsnetz bewegen. Erfahren Sie, wie Video Analyse rohe Bewegungsdaten in klare, aussagekräftige Visualisierungen von Fahrgastströmen verwandelt.
Veröffentlicht
September 3, 2026

Eckdaten
- Die Visualisierung von Passagierströmen hilft Verkehrsplanern und Betreibern dabei, große Datenmengen schnell zu erfassen, und unterstützt sowohl die langfristige Planung als auch die Reaktion in Echtzeit.
- Visualisierungsmethoden lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: lokal an Bahnhöfen und in Fahrzeugen und netzwerkweit.
- Pfadanalysen zeigen individuelle Passagierwege innerhalb eines Bahnhofs und machen häufig genutzte Routen sowie Auslastungsmuster sichtbar.
- Heatmaps mit Verweildauern sellen farbcodiert dar, wie lange Passagiere in bestimmten Bereichen warten oder sich aufhalten.
- Trajektorienkarten zeichnen individuelle Bewegungsabläufe nach, was für die Infrastrukturplanung und Entscheidungen zur Platzierung von Einzelhandelsflächen nützlich ist.
- Quelle-Ziel-Matrizen (OD-Matrizen) quantifizieren die Anzahl der Fahrten zwischen jedem Bahnhofs- oder Zonenpaar und fließen direkt in die Nachfrageprognose und Kapazitätsplanung ein.
- Sankey-Diagramme visualisieren das Passagiervolumen und die Flussrichtung im gesamten Netzwerk und heben auf einen Blick stark frequentierte Umsteigepunkte sowie Lastungleichgewichte hervor.
- Keine einzelne Visualisierung liefert das vollständige Bild. Erst die Kombination schafft eine umfassende, vernetzte Sicht auf das Passagierverhalten im gesamten Netzwerk.
- Videoanalysesoftware wie Isarsoft extrahiert aus bestehender Sicherheitsinfrastruktur gleichzeitig Daten zu Personenzählung, Dichte, Aufenthaltsdauer und Bewegung, um Passagierströme zu visualisieren.
Welchen Nutzen bietet die Visualisierung von Passagierströmen für Verkehrsbetreiber?
Die Visualisierung hilft Verkehrsplanern dabei, enorme Datenmengen einfach und schnell zu verstehen. Analysen auf Basis von Videodatenvisualisierungen dienen sowohl als Grundlage für langfristige Planungen als auch als Auslöser für ein schnelles Eingreifen.
Einer der Hauptgründe für die Visualisierung der Ist-Situation mittels Video Analyse ist die Möglichkeit für das Personal, schnell zu reagieren – sei es bei sicherheitskritischen Vorfällen oder bei Ereignissen, die eine Optimierung des Personaleinsatzes erfordern.
Wie lässt sich der Personenfluss im öffentlichen Nahverkehr visualisieren?
Um die verschiedenen Möglichkeiten zur Visualisierung von Passagierströmen zu erläutern, haben wir eine Liste zusammengestellt, die in lokal in Bahnhöfen oder Fahrzeugen eingesetzte Methoden und netzwerkweite Methoden unterteilt ist.
Passagierstromanalyse in Bahnhöfen und Fahrzeugen
Visualisierungen von Passagierströmen beantworten hier die Frage: „Wie bewegen sich Menschen vor Ort?“
Pfadanalyse
Eine Heatmap ist eine Methode zur Visualisierung individueller Passagierwege zum Zeitpunkt der Beobachtung. Planer und Entscheidungsträger nutzen sie vor allem in Bahnhöfen, um häufig frequentierte Wege, Verkehrs- und Fußgängerströme, bevorzugte Routen und Auslastungszahlen zu bewerten.


Heatmap mit Verweildauer
Diese Heatmap dient der Darstellung der Verweildauer von Passagieren. Sie können in Bahnhöfen sowie in Zügen eingesetzt werden, um Wartezeiten und Aufenthaltsdauern zu analysieren. Rot markierte Bereiche zeigen an, wo sich erkannte Objekte am längsten aufgehalten haben. Gelb und Blau stehen für entsprechend kürzere Zeitspannen.
Sie können zudem zur Überwachung der Infrastrukturnutzung sowie zur barrierefreien Platzierung von Geldautomaten, Ticketautomaten und Geschäften auf dem Bahnhofsgelände genutzt werden.

Trajektorienkarte
Eine Trajektorienkarte, wie im Bild unten zu sehen, ist eine kartografische Darstellung individueller Bewegungsabläufe, die hauptsächlich in Bahnhöfen verwendet wird. Sie dient dazu, Routen nachzuvollziehen und so Informationen über die Auslastung der Infrastruktur, mögliche bauliche Veränderungen und deren Effektivität zu gewinnen.
Sie kann auch von Einzelhändlern und Anbietern in Bahnhöfen genutzt werden, um die bevorzugten Wege von Pendlern zu analysieren und Strategien zur Umsatzsteigerung zu entwickeln.

Netzwerkweite Passagierstromanlyse
Visualisierungen des Passagierstroms beantworten hier die Frage: „Wohin bewegen sich die Passagiere?“
Quell-Ziel-Beziehungs-Analyse
Eine Quell-Ziel-Matrix stellt Passagierbewegungen dar und zeigt präzise, wie viele Fahrten zwischen jedem Bahnhofs- oder Zonenpaar in einem Netzwerk stattgefunden haben. Sie fließt direkt in Modelle zur Nachfrageprognose, Fahrplanoptimierung oder Kapazitätsplanung ein. Erfahren Sie mehr über die Quell-Ziel-Beziehungs-Analyse.
Sankey-Diagramm
Ein Sankey-Diagramm ermöglicht es Verkehrsbetrieben, auf einen Blick zu erkennen, wo sich Passagierströme konzentrieren und wie sie sich im Netzwerk verteilen. Es zeigt, welche Linien die meistfrequentierten Umsteigepunkte speisen, wo die Fahrgastzahlen sinken und welche Routen überproportional stark ausgelastet sind. Betreiber erhalten eine Übersicht, die schnellere und fundiertere Entscheidungen bei der Kapazitätsplanung, Fahrplangestaltung und bei Infrastrukturinvestitionen unterstützt.

Zusammenhänge erkennen mit Isarsoft
Keine einzelne Visualisierung erzählt die ganze Geschichte. Verweildauerkarten zeigen Engpässe, Trajektorien bilden individuelle Bewegungen ab, eine OD-Matrix quantifiziert die Nachfrage und Sankey-Diagramme verdeutlichen die Flussstruktur. Der wahre Mehrwert entsteht, wenn diese fragmentierten Datenebenen miteinander verknüpft werden: Die Verweildauer an einem Bahnsteig korreliert mit der OD-Nachfrage für diese Linie, Engpässe in den Trajektorien erklären, warum bestimmte Sankey-Flüsse langsamer sind als andere, und netzwerkweite Start-Ziel-Muster geben Kontext für das, was zunächst wie eine lokale Anomalie aussieht. Integriert ergeben sie ein durchgängiges, ganzheitliches Bild davon, wie sich Fahrgäste tatsächlich verhalten, wo sie langsamer werden und warum.
Hier wird Video Analyse zur natürlichen Datengrundlage, da sie auf die bereits vorhandene Kamerainfrastruktur zurückgreift. Videoanalysesoftware wie Isarsoft kann gleichzeitig Personenzählungen, Dichte, Verweildauer und Bewegungsmuster aus demselben physischen Raum erfassen. Das bedeutet, dass eine einzige Kameraansicht mehrere Visualisierungstypen gleichzeitig speisen kann, um einen vollständigen Überblick über den Fahrgastfluss zu erhalten. Für Verkehrsbetriebe macht genau diese Kombination die Visualisierung von Fahrgastströmen von einer reinen Berichterstattung zu einem operativen Werkzeug für Sicherheit, Kapazitätsplanung und Servicequalität.
FAQ
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Welche Arten von Visualisierungen zeigen den Fahrgastfluss in Bahnhöfen?
Gängige lokale Visualisierungen umfassen Pfadanalyse-Heatmaps, die häufig genutzte Routen zeigen, Verweildauer-Heatmaps, die anzeigen, wo Fahrgäste am längsten warten, sowie Trajektorienkarten, die individuelle Bewegungspfade durch einen Bahnhof nachzeichnen.
Wofür wird eine Quelle-Ziel-Matrix (OD-Matrix) im öffentlichen Verkehr verwendet?
Eine OD-Matrix quantifiziert, wie viele Fahrten zwischen jedem Bahnhofs- oder Zonenpaar in einem Netzwerk stattgefunden haben, und fließt direkt in Modelle zur Nachfrageprognose, Fahrplanoptimierung und Kapazitätsplanung ein.
Was zeigt ein Sankey-Diagramm für ein Verkehrsnetz?
Ein Sankey-Diagramm visualisiert das Passagiervolumen und die Flussrichtung im gesamten Netzwerk auf einen Blick und hebt die am stärksten frequentierten Umsteigepunkte, sinkende Fahrgastzahlen und überproportional ausgelastete Strecken hervor.
Warum reicht keine einzelne Visualisierung aus, um das Fahrgastverhalten zu verstehen?
Jede Visualisierung erfasst eine andere Ebene: Verweildauerkarten zeigen Engpässe, Trajektorien zeigen individuelle Bewegungen, OD-Matrizen quantifizieren die Nachfrage, und Sankey-Diagramme zeigen den netzwerkweiten Fluss. Erst die Kombination ergibt ein vollständiges, zusammenhängendes Bild statt einer isolierten Momentaufnahme.
Kann eine einzelne Kamera mehrere Arten von Fahrgaststrom-Visualisierungen gleichzeitig liefern?
Ja. Videoanalyse-Software wie Isarsoft Perception kann gleichzeitig Personenzählungen, Dichte, Verweildauer und Bewegungsdaten aus derselben Kameraansicht extrahieren und damit mehrere Visualisierungsarten aus einer einzigen physischen Installation speisen.


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