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EES-Engpass: Wartschlangen mit Video Analyse optimieren

Wenn die tatsächlichen EES-Prozesszeiten variieren und bis zu 5 Minuten pro Passagier in Anspruch nehmen, greifen herkömmliche Warteschlangenmodelle an Flughäfen nicht mehr. Erfahren Sie, wie Flughäfen KI-gestützte Video Analyse nutzen, um ihre vorhandenen Kameras in intelligente Sensoren zu verwandeln, die Engpässe im Terminal vorhersehen.

Veröffentlicht

June 2, 2026

Wartschlange an der Grenzkontrolle am Flughafen

Eckdaten:

  • Das neue Einreise-/Ausreisesystem (EES) zwingt Flughäfen dazu, angepasste Grenzkontrollprozesse einzuführen, bei denen biometrische Daten an Selbstbedienungskiosken erfasst und dokumentiert werden.
  • Die EES-Implementierung beeinträchtigt den Passagierfluss massiv, da der Platz in den Terminals begrenzt ist und sich Warteschlangen an der Grenzkontrolle schnell zurückstauen.
  • Herkömmliches Warteschlangenmanagement lässt sich nicht mehr auf EES-Prozesse anwenden, da die Bearbeitungszeiten je nach Passagiergruppe stark variieren: Während EU-Bürger nur wenige Sekunden benötigen, dauert die Erstregistrierung für EES-pflichtige Passagiere bis zu mehrere Minuten.
  • Flughäfen müssen auf ein intelligenteres Terminalmanagement umstellen, das auf dynamischer Passagierführung und echtzeitbasiertem Warteschlangenmanagement basiert.
  • Video Analyse wertet Videostreams der vorhandenen Kamerainfrastruktur in Echtzeit aus und liefert Kennzahlen wie Warteschlangenlänge, Wartezeiten und Durchsatz.

Was ist EES?

Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ist ab April 2026 an allen Außengrenzen des Schengen-Raums (Luft- und Seeweg) verpflichtend. Für Drittstaatsangehörige ersetzt diese Regelung die herkömmlichen analogen Passstempel vollständig durch eine zentrale digitale Datenbank und die obligatorische Erfassung biometrischer Daten.

Anforderungen an Flughäfen

Für internationale Flughäfen bedeutet dies die Umsetzung folgender Maßnahmen:

  • Biometrische Identifizierung:
    Die verpflichtende Erfassung und Speicherung von Gesichtsbildern und Fingerabdrücken der Reisenden.
  • Automatisierte Vorregistrierung:
    Flughäfen müssen Selbstbedienungskioske bereitstellen, an denen Reisende ihre Daten eigenständig vorregistrieren können.
  • Datenabgleich:
    Der Abgleich von Reisedokumenten mit EES-Datenbanken und dem VIS (Visa-Informationssystem), um Personen zu identifizieren und die zulässige Aufenthaltsdauer zu überprüfen.
  • Echtzeit-Dokumentation:
    Präzise und nahtlose Erfassung von Ein- und Ausreisedaten direkt an den Grenzübergängen.

Operative Auswirkungen des EES

Das EES stellt Flughäfen vor operative und wirtschaftliche Herausforderungen. Da die neuen Regelungen ausschließlich für Drittstaatsangehörige gelten, müssen EU-Bürger und Nicht-EU-Bürger getrennte Kontrollstellen passieren. Dies führt zu einer Fragmentierung der Passagierströme und verschärft bestehende Engpässe:

  • Platzmangel in den Terminals:
    Der Platz ist begrenzt, und die Bereiche für Check-in und Passkontrolle sind oft eng bemessen. Die Installation der neuen Selbstbedienungskioske erfordert Flächen, die häufig nicht vorhanden sind.
  • Der „Clustering-Effekt“:
    An Regionalflughäfen kommen Passagiere häufig in konzentrierten Wellen an, etwa bei einem voll besetzten Flug aus London. Wenn sich die Abfertigungszeit für einen Großteil dieser Passagiere von etwa 30 Sekunden auf mehrere Minuten pro Person erhöht, stauen sich die Warteschlangen schnell bis in die Korridore zurück.
  • Hohe Investitionskosten:
    Die Beschaffung der Hardware und die notwendige Anpassung der IT-Infrastruktur binden erhebliche finanzielle Ressourcen.
  • Personalkosten:
    Obwohl die Kioske für die „Selbstbedienung“ konzipiert sind, zeigt die Erfahrung, dass Passagiere bei der ersten Registrierung Unterstützung benötigen. Flughäfen müssen daher oft eigenes Bodenpersonal einsetzen, um den Reisenden beim Scanvorgang zu helfen und so die Bundespolizei an den Schaltern zu entlasten.
  • Verspätungen im Flugplan:
    Wenn sich die Abfertigungszeiten pro Passagier aufgrund technischer Probleme, Sprachbarrieren oder Systemausfällen verlängern, führt dies unmittelbar zu Verspätungen im Flugplan. Werden die Kontrollzeiten zu lang, riskieren Fluggesellschaften, ihre Slots an den Zielflughäfen zu verpassen.
  • Das Risiko von Dominoeffekten:
    Staus bei der Passkontrolle führen zu Verzögerungen beim Boarding und mindern die Non-Aviation-Einnahmen, da den Passagieren weniger Zeitfür Duty-Free-Einkäufe bleibt.

Warum herkömmliches Warteschlangenmanagement nicht mehr ausreicht

Vor der Einführung des EES konnten die Kontrollzentren der Flughäfen das Passagieraufkommen anhand historischer Flugpläne und fester, vorhersehbarer Abfertigungszeiten präzise prognostizieren. Heute bringt das EES diese bewährten mathematischen Modelle ins Wanken. Die Dynamik in den Terminals ist nun unvorhersehbar, da die Abfertigungszeiten von Passagier zu Passagier stark variieren: Ein EU-Bürger passiert die Einreisekontrolle in wenigen Sekunden, während ein EES-Passagier, der sich zum ersten Mal registriert, bis zu fünf Minuten benötigen kann. In Kombination mit verspäteten Zubringerflügen und unvorhersehbaren Passagierstrukturen auf bestimmten Routen erzeugen diese massiven Zeitunterschiede einen schnellen Dominoeffekt, der den begrenzten Platz in einem Terminal rasch überlasten kann. 

Neue Wege im Terminal-Kapazitätsmanagement

Um Überlastungen der Terminals unter dem neuen EES zu vermeiden, müssen Flughäfen vom reaktiven Warteschlangenmanagement auf prädiktive Echtzeit-Analysen umstellen. Wenn der physische Raum nicht erweitert werden kann und die Abfertigungszeiten pro Passagier steigen, wird die effiziente Nutzung von Zeit und Raum zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Ein erfolgreiches Kapazitätsmanagement stützt sich heute auf zwei wesentliche Säulen:

Dynamische Passagiersteuerung

Das klassische „First-in-first-out“-Prinzip führt bei Grenzkontrollen unter EES aufgrund stark schwankender Bearbeitungszeiten zum Systemkollaps. Für Flughäfen bedeutet dies, dass sie Passagierströme bereits vor den Selbstbedienungskiosken intelligent segmentieren müssen. 

  1. Segmentierung:
    Durch die Trennung der Ströme in EU/EWR, EES-registriert und EES-Erstregistrierung werden die „langsamen“ Erstregistrierungen isoliert, sodass sie den Fluss schnellerer Passagiergruppen nicht blockieren.
  2. Warteschlangendesign:
    Schlangen in Schlangenlinienform optimieren die Nutzung des begrenzten Platzes und verhindern, dass blockierte Schalter die gesamte Warteschlange aufhalten. Das kontinuierliche, langsame Vorwärtsgehen reduziert zudem den psychologischen Frust bei den Passagieren.
  3. Vorbereitung vor Ort:
    Um die Zeit am EES-Kiosk zu verkürzen, müssen Passagiere bereits in der Warteschlange auf den Prozess vorbereitet werden, etwa durch das Abnehmen von Brillen oder Kopfbedeckungen – unterstützt durch mehrsprachiges Personal, digitale Anzeigen oder QR-Codes.

Datengestütztes Management in Echtzeit

Erforderlich ist ein digitaler Zwilling des aktuellen Terminalstatus. Um die Effizienz von EES-Zonen messbar und steuerbar zu machen, müssen Kontrollzentren ihre Dashboards um spezifische Leistungskennzahlen für Warteschlangen erweitern.

  • Warteschlangenlänge:
    Definiert das Risiko eines „Überlaufens“ in andere Terminalbereiche, wie etwa die Blockierung von Fluchtwegen.
  • Wartezeit:
    Dies ist ein entscheidender Faktor für das Passagiererlebnis und die Einhaltung von Service Level Agreements.
  • Durchsatz:
    Dies spiegelt die Effizienz wider und deckt technische Störungen oder langsame Bearbeitungsabläufe auf.

Wie Video Analyse Engpässe bei EES-Warteschlangen löst

Der Schlüssel zur Überwindung des EES-Engpasses liegt in Echtzeitdaten. Während verschiedene Technologien diese Daten liefern können, erweist sich KI-basierte Video Analyse als eine der effektivsten und kosteneffizientesten Lösungen. Durch den Einsatz fortschrittlicher Software wie Isarsoft Perception können Flughäfen ihre bestehende Sicherheitskamera-Infrastruktur in ein präzises, automatisiertes Management-Tool für den Terminalbetrieb verwandeln.

Video-Analyse bietet:

  • Messung von Warte- und Durchlaufzeiten:
    Die Software erfasst automatisch mit einer Genauigkeit von bis zu 90 %, wann ein Passagier die EES-Zone betritt und verlässt, und berechnet daraus die gesamte Durchlaufzeit. Steigt die durchschnittliche Bearbeitungszeit, wird ein Alarm ausgelöst.
  • Messung von Auslastung und Personendichte:
    Isarsoft überwacht eng begrenzte EES-Zonen mithilfe virtueller Bereiche im Kamerabild. Wird die kritische Anzahl an Personen pro Quadratmeter überschritten, meldet das System die Überfüllung an das Sicherheitspersonal.
  • Prädiktive Frühwarnsysteme und Alarme:
    Über die Live-Überwachung hinaus nutzt Isarsoft Perception die erfassten Daten für Prognosen. Wenn absehbar ist, dass die EES-Warteschlange innerhalb von 15 Minuten ihre Kapazitätsgrenze erreicht, generiert die Software einen Alarm.

Praxisbeispiel: Flughafen Salzburg

Der Flughafen Salzburg hat während der vergangenen Wintersaison die EES-Wartezeiten der Passagiere erfasst. Alexander Münch, Leiter IT, sagt:

„Die Daten werden genutzt, um die Prozesse im Ankunftsbereich zu analysieren und zu optimieren. Durch die Nutzung der bestehenden Kamerainfrastruktur konnte das System mit minimalem Aufwand implementiert werden.“

Welche Vorteile bietet das EES-Warteschlangenmanagement mit Video-Analyse?

  • Die Nutzung der vorhandenen Kamerainfrastruktur macht die Investition äußerst kosteneffizient.
  • Isarsoft Perception ist zu 100 % DSGVO-konform. Es werden zu keinem Zeitpunkt personenbezogene Daten gespeichert; die Auswertung erfolgt stets anonym. 
  • Echtzeitdaten zeigen die aktuelle Situation im Terminal.
  • Automatisierte und permanente Überwachung und Messung rund um die Uhr.

Die bestehende Infrastruktur als strategischer Vorteil

Da das EES die Regeln der Grenzkontrolle grundlegend neu definiert, sind visuelle Kontrollen und reaktives Management keine nachhaltige Betriebsstrategie mehr. Wenn physische Terminalerweiterungen durch Platz- und Budgetvorgaben stark eingeschränkt sind, ist eine zukunftsorientierte Lösung für Warteschlangenmanagement softwarebasiert.  Erfahren Sie, wie Sie Ihr bestehendes Sicherheitskamerasystem in ein prädiktives digitales Nervensystem für Ihr Terminal verwandeln.

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